„sich bekehren“ ist wie auswandern…
Hast du ein Lieblingsland, in dem du deinen Urlaub verbringst? Viele Menschen reisen jedes Jahr in das gleiche Land, weil sie es lieben. Mit der Zeit kennen sie die Sitten und Gebräuche und auch die Kultur ist ihnen vertraut. Vielleicht haben sie sogar die Sprache ein wenig gelernt. Sie wissen, wo die schönsten Strände sind, kennen die Restaurants und freuen sich jedes Jahr aufs Neue auf die Reise.
Vielleicht gehörst du zu diesen Menschen.
Aber am Ende des Urlaubs geht es wieder nach Hause zurück.
Du kommst wieder dorthin zurück, wo dein Lebensmittelpunkt ist.
Wo deine Familie lebt.
Wo deine Freunde wohnen.
Wo deine Arbeitsstelle ist, wo dein Alltag und dein gewohntes Leben stattfinden.
Die sozialen und beruflichen Systeme funktionieren und sind dir vertrauet, ein Ort der Sicherheit.
Du warst in deinem Lieblingsland – nur zu Besuch. Mehr nicht.
Genauso kann es mit dem Glauben sein.
Du kannst Sonntag für Sonntag einen Gottesdienst besuchen. Du kennst die Lieder, die Gebete und die Abläufe. Du kennst den Pastor und viele Menschen in der Gemeinde. Vielleicht besuchst du einen Hauskreis, singst im Chor oder engagierst dich ehrenamtlich. Du kannst die christliche Sprache sprechen, Gebete formulieren; das alles kann man lernen.
Und trotzdem kann es sein, dass du nur zu Besuch bist, und dass sich dein eigentliches Leben nie verändert hat.
Du gehst wieder nach Hause.
Die gleichen Ziele bestimmen dein Denken.
Die gleichen Sorgen prägen deinen Alltag.
Die gleichen Gewohnheiten steuern dein Leben.
Du bist dem Glauben nahegekommen, aber du bist in ihm nicht angekommen.
Der Unterschied zwischen Urlaub und Auswandern ist gewaltig.
Wer auswandert, macht einen Schnitt.
Er verlässt Vertrautes.
Er verabschiedet sich von Gewohnheiten.
Er lässt Sicherheiten zurück.
Er beginnt ein neues Leben.
Natürlich geschieht das nicht ohne Ängste.
Wird es funktionieren und was ist, wenn es nicht funktioniert?
Werde ich mich einleben und einen neuen Freundeskreis finden?
Habe ich mich richtig entschieden?
Niemand kann diese Fragen umfassend beantworten.
Aber die Hoffnung auf ein besseres Leben ist größer als die Angst vor dem Unbekannten.
Deshalb wagen Menschen diesen Schritt.
Der Unterschied zwischen Gemeindezugehörigkeit und Bekehrung ist ebenso gewaltig wie der Unterschied zwischen Urlaub und Auswandern.
Wer sich bekehrt, macht ebenfalls einen Schnitt.
Nicht unbedingt äußerlich; aber innerlich.
Er entscheidet sich für einen neuen Weg, für eine neue Richtung.
Für ein neues Leben mit Gott.
Jesus hat dazu aufgerufen, als er sagte:
„Kehrt um, ändert euer Leben und glaubt an das Evangelium!“
Bekehrung bedeutet nicht, religiöser zu werden.
Sie bedeutet nicht, sich etwas mehr mit Gott zu beschäftigen.
Wer sich bekehrt, der stellt sein Leben um.
Bekehrung bedeutet eine Neuorientierung des ganzen Lebens.
Jesus spricht sogar von einer neuen Geburt: „Nikodemus, du musst von neuem geboren werden!“
Eine Geburt ist der Beginn eines neuen Lebens.
Es ist kein Facelifting und kein Neuanstrich.
Es sind keine neuen Kleider oder eine neue Frisur.
„Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Schöpfung.“
Hier wird der alte Mensch nicht verbessert, sondern ausgetauscht.
Viele Menschen spüren eine Sehnsucht nach genau diesem Neuanfang.
Sie schauen auf ihr Leben zurück und erkennen Brüche.
Beziehungen sind gescheitert.
Entscheidungen wurden bereut.
Schuld wurde verdrängt.
Und trotz aller Bemühungen bleibt eine innere Unruhe.
Manche versuchen diese Leere mit Erfolg zu füllen, andere mit Besitz und Konsum.
Wieder andere suchen Anerkennung oder verlieren sich in medialer Unterhaltung.
Doch nichts davon reicht dauerhaft aus. Am Abend des Tages bleibt die Leere.
Die Bibel erklärt das sehr einfach:
Der Mensch wurde für die Gemeinschaft mit Gott geschaffen.
Solange diese Verbindung fehlt, bleibt etwas unvollständig.
Wer sich bekehrt, hat von Jesus gehört.
Von dem, der Schuld vergibt.
Von dem, der Menschen annimmt, obwohl sie versagt haben.
Von dem, der Hoffnung schenkt, wo Menschen keine Perspektive mehr sehen.
Und irgendwann steht die Frage im Raum:
Wage ich diesen Schritt? Bin ich bereit, „auszuwandern“?
Niemand kann dir vorher genau erklären, wie sich ein Leben mit Jesus anfühlt.
Genauso wenig wie man ein neues Land wirklich verstehen kann, solange man nur Reiseführer liest.
Man muss den Schritt wagen.
Man muss aufbrechen.
Man muss sich darauf einlassen.
Die Bibel beschreibt diese Veränderung als einen Wechsel der Zugehörigkeit.
Der Apostel Paulus schreibt:
„Er [Gott] hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.“
Das klingt wie eine Umsiedlung und ein Wechsel der Staatsbürgerschaft.
Die Bibel spricht sogar davon, dass Christen ein Bürgerrecht im Himmel besitzen.
Das klingt zunächst ungewohnt.
Christen vertrauen darauf, dass niemand ihr Leben besser kennt als der, der es geschaffen hat.
Dabei verändert Gott Menschen von innen; Schritt für Schritt.
Der Egoismus verliert seine Macht.
Vergebung wird erfahrbar in beide Richtungen: Mir wird von Gott vergeben und ich vergebe anderen Menschen, die mir übel mitgespielt haben.
Es entstehen neue Prioritäten. Es geht nicht nur um mich. Ich kann mich in der Gesamtschau Gottes wiederfinden.
Ich habe die Hoffnung auf das ewige Leben in Gemeinschaft mit Gott.
Auch der Charakter verändert sich.
Nicht durch bloße Willensanstrengung, sondern weil Gottes Geist in meinem Leben wirkt.
Deshalb ist Bekehrung tatsächlich wie Auswandern:
Ein Schritt ins Ungewisse.
Ein Aufbruch aus dem Vertrauten.
Ein Loslassen des Alten.
Und ein Vertrauen darauf, dass Gottes Zusagen tragen.
Mit einem entscheidenden Unterschied:
Bekehrung ist mehr als der Umzug in ein neues Land – Bekehrung ist der Einstieg in ein neues Leben.