„Wir werden uns wohl auf dieser Erde nicht mehr wiedersehen…“
… sagte gestern ein guter Freund, als wir uns am Auto verabschieden. Ein älteres Ehepaar, beide um die 90 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen. Wir sprachen über gemeinsame Erlebnisse in Spanien, über unsere Familien, über das Älterwerden und über die vorzüglichen Qualitäten des Cafés, in dem wir uns unweit ihres Pflegeheims getroffen hatten.
Es ist gut möglich, dass wir uns in diesem Leben nicht mehr wiedersehen. Ihr Wohnort liegt nicht gerade um die Ecke, und auch sonst führt uns selten etwas in diese Gegend.
Da ist auch ein anderer guter Freund, den wir heute besuchen wollen. Er ist über 80 Jahre alt und liegt seit einigen Wochen im Krankenhaus – mit der Gewissheit, dass sein Leben bald zu Ende gehen wird. Die Ärzte sprechen von einer kurzen verbleibenden Zeit.
Wir kennen uns seit vielen Jahren und sind mit der ganzen Familie herzlich verbunden. Vor einigen Jahren zogen wir als neue Nachbarn in die Nähe. Aus Nachbarschaft wurde Freundschaft.
Ihn möchten wir auf jeden Fall noch einmal sehen.
Im vergangenen Jahr haben wir ihm eine Bibel in Großdruck geschenkt. Er versprach, darin zu lesen. Ob er es getan hat?
Doch wichtiger ist eine andere Frage: Was hat Gott in seinem Leben und besonders in seinem Herzen getan? Was können wir noch für ihn tun? Können wir überhaupt etwas tun?
Freundschaft und Liebe verbinden uns. Aber es bleibt die Frage: Gibt es eine lebendige Beziehung zu Gott?
Vor gut zwei Wochen verstarb meine Tante im 90. Lebensjahr. Es ist lange her, seit wir sie das letzte Mal gesehen haben. Sie war schon länger pflegebedürftig und ist nun heimgegangen.
Sie war mit Gott versöhnt und hatte die feste Gewissheit, eine Zukunft in Gottes neuer Welt zu haben. Das macht den Abschied nicht leicht, aber die Hoffnung trägt.
Ohne es zu wissen, haben wir viele Menschen bereits zum letzten Mal gesehen. Doch wenn jemand es so klar ausspricht, wie unser Freund am Auto, wird uns unsere eigene Endlichkeit bewusst.
Es erinnert uns daran, dass wir eines Tages alles loslassen werden, wenn unser „Stündlein geschlagen hat“. Es erinnert uns auch daran, dass das Leben ohne Gott letztlich keine tragfähige Hoffnung kennt – hoffnungslos bleibt.
Schade, dass wir oft erst dann darüber nachdenken, wenn uns Krankheit oder Tod eines geliebten Menschen erschüttern. Warum beschäftigen wir uns nicht früher mit dem, was in Psalm 90,12 steht?
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“
Das Vergängliche hat für viele Menschen hohe Priorität. Nicht selten leiden sie darunter. Stress und Hektik überdecken die stille Sehnsucht nach Frieden, Sinn und einem erfüllten Leben.
Doch es wird sich nicht von allein verändern. Es liegt an uns. Wir können heute entscheiden, ob wir so weiterleben wollen oder ob eine Kurskorrektur nötig ist.
Die Bibel nennt das „Umkehr“: weg von einem Leben ohne Gott und ohne Hoffnung, hin zu einem Leben mit Gott und zu einer Zukunft, die nur er schenken kann – in seiner neuen Welt.
Ich freue mich darauf.
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